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Giuseppe Verdi: Rigoletto

Inszenatoren

Im Jahre 1850 hat das Teatro La Fenice in Venedig Giuseppe Verdi (1813 – 1901) mit der Komposition einer neuen Oper beauftragt. Der Komponist bat Francesco Maria Piave, mit dem er bereits bei den Opern Ernani, I due Foscari, Macbeth, Il Corsaro und Stiffelio zusammengearbeitet hatte, um ein Libretto. Die Wahl des Stoffes fiel auf das Drama von Victor Hugo Le Roi s’amuse (Der König amüsiert sich), obwohl sich der Komponist der mit diesem Stück verbundenen Schwierigkeiten bewusst war. Das Werk Hugos war gleich nach seiner Uraufführung am 22. 11 1832 am Théâtre Français in Paris von der Zensur verboten worden, da man in den Eskapaden des französischen Königs Franz I. eine Anspielung auf den herrschenden König Louis Philippe sah. Hugos Bemühungen, sein Werk bei Gericht zu verteidigen, sind erfolglos geblieben; das Stück durfte 50 Jahre nicht gespielt werden. In Italien waren die Umstände nicht anders: die österreichische Zensur in Venedig hielt das Werk von Verdi und Piave für „geschmacklos unmoralisch“ und eine „Beleidigung der königlichen Majestät“. Schließlich wurde ein Kompromiss geschlossen: Aus dem König von Frankreich wurde der zügellose Herzog von Mantua, eine Höhle, der ursprüngliche Ort des Mordes, wurde durch ein Wirtshaus ersetzt usw., doch das Wesentliche, die Charaktere der Personen und dramatischen Situationen sind erhalten geblieben. Den ursprüngliche Titel La maledizione (Der Fluch) hat Verdi nach der Hauptfigur in Rigoletto geändert: nach einem Buckligen mit dem Spott nach Außen und mit der Angst in seiner Seele, der weiß, dass seine Dienst beim Herzog ein Unrecht ist, und der deswegen vom Fluch eines von ihm verhöhnten Vaters so tief getroffen wird. Die Uraufführung am 11. 3 1851 in Venedig war ein Triumph und das zynische Lied des Herzogs „La donna è mobile“ (Oh, wie trügerisch sind Weiberherzen) wurde bereits in den nächsten Tagen auf den Straßen gesungen.

Auf der Bühne der heutigen Staatsoper ist Rigoletto zum ersten Mal am 21. 5 1888 erschienen. Die Oper stand in den folgenden Saisonen des damaligen Neuen deutschen Theaters unter anderem auch dank attraktiver internationaler Gäste, mit dem legendären Enrico Caruso als Herzog (am 4. und am 10. 5 1904) an der Spitze, immer wieder auf dem Spielplan. Als das Theater den Namen Smetana Theater trug, wurde Rigoletto viermals neueinstudiert, wobei die letzte Produktion in der Regie von Karel Jernek (Premiere am 14. 1. 1988) nach der Verselbständigung der Staatsoper Prag weiter gespielt wurde und bis heute in ihrem Repertoire geblieben ist. Die neue Produktion der Oper wird Oliver Dohnányi einstudieren und musikalisch leiten, die Regie wird der künstlerische Leiter des Teatro Massimo in Palermo, Lorenzo Mariani, führen, das Bühnenbild und die Kostüme schuf William Orlandi, der an vielen internationalen Opernhäuser arbeitet (Neapel, Genf, Palermo, Mailand, Frankfurt am Main, Glasgow, Antwerpen, Paris, Barcelona, Berlin, Zürich, Tokyo, Buenos Aires u. a.).

Premiere: 10. 3. 2011

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Tomáš Vrbka
Die Staatsoper Prag gibt in der Mitarbeit mit dem Verlag Slovart eine repräsentative Publikation heraus, die sich mit der Geschichte dieser bedeutenden Kulturinstitution seit ihrer Öffnung im Jahre 1888 bis Ende der Saison 2002/2003 beschäftigt. Das Buch mit dem Titel Státní opera Praha – Historie divadla v obrazech a datechDie Staatsoper Prag – die Theatergeschichte in Bildern und Daten konzentriert sich ausschließlich auf das Opergeschehen auf dieser Bühne, obwohl dieses Theater in der Vergangenheit unter verschiedenen Namen auch dem Schauspiel, der Operette und dem Ballett diente. Die Teile, die sich diesen Genres widmen, plant die Staatsoper Prag in den nachfolgenden Jahren herauszugeben.

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